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 Hund entlaufen- was tun ?

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Jörg
MITGLIED
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BeitragThema: Hund entlaufen- was tun ?   Do 20 März 2008 - 5:56

Was tun, wenn der Hund entlaufen ist?!


So schwer es sein mag, aber das wichtigste ist:

Ruhe bewahren, jetzt nicht in Panik geraten und durchdrehen!

Und dann die Dinge angehen, die zu tun sind.



Zunächst mal:

So viel Hilfe wie möglich anfordern und angebotene Hilfe annehmen, denn alles allein schafft kein Mensch. Diese Hilfe kann nicht nur bei der Suche vor Ort wichtig sein, sondern auch wenn es um das Abtelefonieren der Liste geht, um das Einstellen im Internet, das Erstellen der Flyer und Plakatieren.

Und man ist nicht allein mit der großen Sorge, das ist auch sehr wichtig in solch einer Situation.

Dann ist es unbedingt notwendig, SCHNELL zu handeln. Nicht lange warten oder allein rumpuzzeln, nicht nur allein suchen, denn ein Hund, der nicht in der Nähe der Entlaufenstelle bleibt, gewinnt mit der Zeit einen sehr großen Vorsprung und kann so viel schwerer wieder gefunden werden. Und zwei Augen sehen nicht so viel wie vier oder sechs oder noch mehr...

Die Liste sollte von möglichst vielen Leuten abgearbeitet werden, damit man schnell so viele Stellen wie möglich erreicht. Sinnvoll dabei ist natürlich, dass diese Leute sich absprechen, wer was macht, damit nicht zehn Leute das gleiche tun und anderes übersehen wird. Außerdem sollte bei mehrtägiger Suche immer wieder aktuell nachgehakt werden.



Verständigen
(mit genauer Beschreibung des Ortes, des Tieres und am besten mit Bild)

* Förster, Forstamt
* Jagdpächter (sind der Polizei auch bekannt wegen Wildunfällen)
* Polizei, berittene Polizei, Ordnungsamt
* Bundespolizei (zuständig für Bahnunfälle) und Autobahnpolizei – die oftmals keinen oder wenig Kontakt mit den normalen Polizeiinspektionen haben
* Feuerwehr, Katastrophenschutz
* Tierärzte, Tierklinik
* Tierheime, Tierpensionen, Tierschutzvereine
* regionale Radiosender, Tageszeitungen, Käseblätter (lasst Euch nicht entmutigen, wenn der erste Radiosender sagt: „Nö, machen wir nicht“, dann macht es der nächste oder übernächste, nicht aufgeben! Genauso bei den Zeitungen, hartnäckig sein und weitermachen, irgendwer druckt es dann!)
* Auslaufdienste, Gassiservices
* Suchhunde / Rettungshundestaffeln (beim DRK, Johanniter...)
* THW
* Pfadfindergruppen, Schülerlotsen, Schulen, Kindergärten, Kitas
* NABU, Vogelkundler
* Tasso: TASSO-Online - Tierschutz und Tierregistrierung , Haustierregister, Tierschutzbund (Chipnummer angeben)
* Müllabfuhr, Mülldeponie
* Campingplätze, Schrebergärten
* DLRG, Wasserschutzpolizei
* Öffentlicher Nahverkehr (Buslinien)
* Bäcker, Brötchenlieferanten
* Autobahnraststätten
* Bauhöfe der Stadt, Straßenmeistereien (gab es einen Unfall?)
* Friedhof
* Fundamt, Fundbüro
* Hundeschulen, Hundevereine, Züchter in der Nähe
* Postboten
* Reiterhöfe
* Sportvereine
* Straßenmeisterei
* Taxifahrer
* Zeitungszusteller
* Sportflugplätze
* Abschleppdienste

Außerdem:

* Suchmeldungen im Internet einstellen (auf die ersten Treffer bei google)
* Fressnapfforum, Zooplusforum (große regionale Spanne)
* In Hundeforen Meldung einstellen (in die öffentlichen Bereiche) und dort Suchmeldungsplakate als Download (pdf) anbieten
* Bei Tasso Suchplakat erstellen: https://www.tasso.net/suchplakat-service.aspx

Insgesamt gilt: Je weiter man die Info streut, desto besser!!!



Aktionen

* Suchmeldungen mit Bild aushängen. Darauf gehören Handynummer, Ersatznummer (am besten zweites Handy), exakte Beschreibung des Hundes (nicht nur die Rasse, sondern das Aussehen, nicht jeder kennt sich so gut aus) und des Entlauf-Ortes und -Zeitpunkts, Beschreibung des Halsbands/ Geschirrs, besondere Merkmale, besondere Auffälligkeiten (ängstlicher Hund? menschenscheu?). Auch das Verhalten bei Sichtung vorgeben (nicht laut und wild rufen, sondern leise sein, Stelle merken und die Telefonnummer auf dem Flyer wählen. Sollte der Hund natürlich in ihre Richtung freundlich wedelnd rennen, dann natürlich begrüßen und schnell anleinen). Dann die Suchmeldungen plakatieren (viele, viele, viele, je mehr desto besser, aufhängen an jede mögliche Stelle), am besten in Hüllen (mit der Öffnung nach unten oder laminiert, genügend Reißzwecken und Klebeband dabei haben!!), nicht nur in die Entlaufgegend, sondern auch an Bäume, Zäune, Bushaltestellen, Supermärkte, Imbisse, Kiosks, Tankstellen, ins eigene Auto, ... je mehr Plakate, desto höher die Chance, eine Sichtung zu bekommen! Je länger der Hund weg ist, desto weiträumiger muss plakatiert werden, weil der Radius von Stunde zu Stunde größer werden kann, falls der Hund weiterläuft.

* Decke/Spielzeug an die Entlaufstelle legen, dort auch Spuren legen, zum Beispiel Futter, eventuell sogar das Auto dort stehen lassen, mit den Fußsohlen am Boden reiben, Dinge in den Händen lange anfassen und dort liegen lassen, also quasi seine Duftnote dort hinterlegen (mit Wasser spucken geht auch...), Klamotten, die man getragen hat, dort liegenlassen (Socken, T-Shirts, vor allem Sachen, die man nah am Körper getragen hat)

* Auf Kommunikation setzen, Mundpropaganda!! Mit den Leuten draußen reden. Unheimlich wichtig! So erhält man immer weitere Unterstützung, eventuell sogar Helfer, und die Leute halten die Augen und Ohren offen und sehen vielleicht etwas, das sie sonst eher übersehen hätten.

* Draußen immer wieder jeden Hundebesitzer und jeden Spaziergänger ansprechen. Zwischen den Suchen, beim Ausruhen immer Akku des Handys laden

* Bei Angsthunden sollte schnell ein Kontakt mit Fachleuten und Suchhund bestehen. Angsthunde sind weniger berechenbar und es sollte sich so schnell wie möglich um eine Nachsuche bemüht werden.

* Ein Geruchsartikel, der ausschließlich den Geruch des entlaufenen Tieres trägt, sollte in einen Gefrierbeutel gepackt und verschlossen werden (zum Beispiel Halstuch, Halsband, Decke, Spielzeug, aber nichts, was auch ein andere Hund benutzt!). Keine Kotbeutel benutzen, die sind meist parfümiert. Das ist sehr wichtig, falls der Suchhund eingesetzt werden sollte.

Der Kontakt zum Profi, falls man ihn braucht: http://www.fockenbachmuehle.homepage.t-online.de/
Dort auf der website sind auch noch gute Infos.


Zur Suche:

* Wenn es mehrere Leute gibt, die helfen können, eher aufgeteilt laufen. Herrchen, Frauchen sollten rufen, Pfeife - sofern der Hund darauf konditioniert ist - kann hilfreich sein, die kann man auch gut den Helfern geben.

* Wenn es in der Familie mehrere Hunde gibt, ist es sinnvoll, diese mit auf die Suche zu nehmen. Auch befreundete Hunde können durchaus hilfreich sein.

* Wichtig: Auch wenn der entlaufene Hund schon gesichtet wurde, ist es ganz wichtig, dass NUR Herrchen oder Frauchen ihn ansprechen. Jeder andere kann unfreiwillig den Hund nur wieder vertreiben. Also: Nicht rufen, nicht locken, nicht auf den Hund zulaufen und sagen: "Jaaaaa, juchuuuuh, da bist Du ja endlich!" Das gilt besonders für Hunde, die in einer Paniksituation oder aus Angst weggerannt sind. Sollten also andere Leute beim Suchen helfen: bitte bei einer Sichtung leise stehen bleiben, den Hund nicht anstarren, eher wegdrehen und SOFORT den Besitzer anrufen, damit er zu der Stelle kommen kann. Es sei denn, der Hund rennt freudig auf sie zu, dann natürlich hinhocken, in Empfang nehmen, anleinen. Auch Herrchen und Frauchen sollten sich bei Sichtung so normal wie möglich verhalten und am besten genau das sagen, was sie immer sagen, wenn sie zum Beispiel zum Spaziergang aufbrechen. Diese Worte sind beim Hund so positiv verknüpft, und meist sitzt diese Konditionierung noch. So hatte mir das damals Frank Weißkirchen, der Mann mit dem Suchhund für Haustiere empfohlen.

* Wenn ein zweiter Hund aus dem eigenen Rudel (!) vor Ort ist, kann er ihn vielleicht finden. Das versucht man am besten so: Den Geruchsartikel des entlaufenen Hundes vorher teilen, zwei Gefrierbeutel nehmen. Eine Probe muss absolut unkontaminiert bleiben, falls der Suchhund eingesetzt wird. Der Artikel sollte ungefähr eine halbe Stunde im Beutel sein, damit sich viel "Duft" in der Tüte sammeln kann. Dann allein und in Ruhe mit dem Hund möglichst punktgenau an die Stelle gehen, an der der andere Hund vorher verschwunden ist. Hund an die Schleppleine nehmen. Wichtig, falls er durchstartet, weil er eine Spur hat. Andere Leute sollten außer Sichtweite sein und nicht gucken, nicht sprechen, nicht ablenken. Am besten ist man allein mit dem Hund und versucht so cool wie möglich zu bleiben. Dann: Den Beutel öffnen, mit einem Leckerchen dekoriert dem Hund vor die Nase halten, Leckerchen fressen lassen und dann einfach machen lassen, ruhig mit der Nase im Beutel rumschnuffeln lassen, nichts zeigen, nicht beeinflussen, kein Wort, kein Lob, kein Kommando, sondern nur rummachen lassen. Idealerweise hat der Hund dann die Spur auf dem Boden in der Nase und verknüpft das mit dem Leckerchen und dem Geruch in der Tüte. Hund einfach machen lassen und an der Schleppleine hinter dem Hund hergehen.(Festhalten, die Schleppleine! wenn er was in die Nase bekommt, könnte es sein, das er seeehr schnell wird). Vielleicht stimmt die Bindung zwischen den beiden Hunden aus dem Rudel und es klappt, wenn der andere Hund die Spur erwischt. Viel Zeit lassen, und wenn der Hund nach dem Schnuffeln losgeht, einfach hinterher, nichts sagen, nichts tun, nur dem Hund folgen. Wenn der Hund stehen bleibt, auch stehen bleiben, nichts tun, nichts sagen.
Sollte er die Spur verlieren: Zum Ausgangspunkt zurück und noch mal alles neu starten. Keinen Druck ausüben, wenn es nicht klappt, dann klappt es eben nicht. Einen Versuch ist es wert.

Quelle: Retriever Freunde Forum


Gruss von Jörg,
den beiden vollwertigen Rüdinnen Pebbels und Bubbels und dem chaotischen Weiberhaufen Sienta und Finja



"Ein Zentimeter Hund ist mir lieber,als ein Kilometer Stammbaum." -Dana Burnett
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Gast
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BeitragThema: Re: Hund entlaufen- was tun ?   Do 20 März 2008 - 6:59

Hallo Jupp,

herzlichen Dank für die sehr umfangreichen und ausführlichen Basis-Informationen zum Thema. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.

Zur Abrundung Deiner Infos möchte ich noch eine Empfehlung hinzufügen. Es gibt auf der HP vom Tierschutz Hennef eine sehr informative, reichhaltige, interaktive Tiersuch-Infoseite:


http://www.tierschutz-hennef.de/suchdienst/such_infoseite.htm

Seit ich diese Seite kenne, gebe ich den Link an jeden weiter, der ein Tier vermisst, da dort wirklich alles aufgelistet ist, was getan werden kann/muss, wenn ein Tier verschwunden ist.

Maria Bader verfügt über ein ganz außerordentliches Wissen über die Thematik "Vermisste Haustiere" und wird sicherlich auch gern weiterhelfen.

Viele Grüße
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Sabine
Modilinchen
Modilinchen
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BeitragThema: Re: Hund entlaufen- was tun ?   Do 20 März 2008 - 8:06

Maria hat schon einge gute Dienste geleistet... Unsere Momo verdankt ihr das Leben.. Als sie vor wenigen Wochen spurlos verschwunden war, hätten wir sie ohne Maria und ihren Hund Bunny NIE gefunden..


Sabine
Ich kann nicht alle Hunde dieser Welt retten, aber dafür die ganze Welt eines Hundes!

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Jörg
MITGLIED
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BeitragThema: Re: Hund entlaufen- was tun ?   So 26 Apr 2009 - 23:45

Der von Whippet eingestellte Beitrag über die vermisste Jenny verlinkt auf eine weitere, wichtige Seite von Maria Bader :

http://www.find-mich-fix.de/start_frame.htm

Diese Seite darf natürlich hier auch nicht fehlen !!


Gruss von Jörg,
den beiden vollwertigen Rüdinnen Pebbels und Bubbels und dem chaotischen Weiberhaufen Sienta und Finja



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